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Auswirkungen von PSD2 auf den Zahlungsverkehr und das Treasury

Im September ist die erweiterte Form der EU-Richtlinie für Zahlungsdienste, welche die Regelungen im Bezug auf Zahlungsprodukte vereinheitlichen soll, mit der Einführung von PSD2 (Payment Services Directive 2) in Kraft getreten. Obwohl diese Änderung jeden Verbraucher betrifft, der Online-Zahlungsdienste nutzt, und obwohl man im Voraus schon genügend auf die Änderung hingewiesen wurde, wissen die Wenigsten, was es mit der neuen EU-Richtlinie auf sich hat. Aus diesem Grund ist es keine Seltenheit, dass Bankkunden nach der Umstellung, bei der Anmeldung in ihr Online-Bankkonto, mit einer Kontensperrung konfrontiert werden, die sie sich nicht erklären können. Aus diesem Grund treten einige Fragen auf:

  • Was hat sich im Zuge der Umstellung für den Kunden verändert?
  • Kann die neue Regulierung die versprochenen Sicherheitsstandards halten?
  • Inwiefern sind Unternehmen -vor allem das Treasury- davon betroffen?

Was ist PSD2?

PSD2 soll der Regulierung von Zahlungsdiensten und Zahlungsdienstleistern im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und in der gesamten Europäischen Union (EU) dienen. Mit ihr sollen bargeldlose Zahlungen sicherer werden, Kundendaten besser geschützt werden und eine sicherere Datenübertragung im Internet gewährleistet werden. Neben den Veränderungen für Kunden, die mehr Sicherheit durch eine verstärkte Authentifizierung erfahren sollen, gibt es auch wesentliche Veränderungen für Banken. Diese sind von nun an nämlich dazu verpflichtet, Drittanbietern Zugriff über eine standardisierte Schnittstelle (PSD2-API) auf Kontoinformationen der Kunden zu gewährleisten, sofern der Kunde das wünscht. Für die Banken bedeutet das, dass sie einen Großteil ihrer Verfügungsgewalt abgeben müssen. Für Kunden bedeutet das, dass sie nun ihre gesamten Zahlungstransaktionen tätigen können, ohne sich dafür in ihr Online-Bankkonto einloggen zu müssen. Dies ist deswegen überzeugend, da spezialisierte Fintechs Banken voraus sind und Lösungen anbieten, mit denen man alle seine Finanztransaktionen -auch innerhalb unterschiedlicher Bankkonten-  nur mit einer Anwendung tätigen kann. Dies ist in der Welt des B2B nichts Neues, da Unternehmen schon seit einigen Jahren mit Zahlungsverkehrslösungen arbeiten, die genau diesen Zweck erfüllen.

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Ist PSD2 sicher?

Eine Veränderung der Bedingungen im Zahlungsverkehr bringt oftmals die Frage mit sich, ob diese tatsächlich die versprochenen Sicherheitsstandards einhalten kann. Vor allem wenn diese Veränderung beinhaltet, dass Kundeninformationen, wie in diesem Fall durch die neue Schnittstelle (API) für Drittanbieter, weitergegeben werden. Sicherheitslücken könnten dazu führen, dass Drittanbieter ein leichtes Ziel für Cybercrime werden, wodurch die vertraulichen Kontoinformationen der Bankkunden in Gefahr wären. Da sich die Europäische Bankenaufsicht und die BaFin dieser Gefahr bewusst sind, veröffentlichen diese Verzeichnisse von registrierten und lizensierten Drittdienstleistern, die für alle zugängig sind. Somit erleichtern sie ihren Kunden die Wahl ihres Drittanbieters.

PSD2 für das Treasury?

Die Nachfrage der Konsumenten nach Zahlungsdiensten, die in Echtzeit und bestmöglich rund um die Uhr erfolgen wächst kontinuierlich. Dies bringt Veränderungen im Zahlungsverkehr mit sich, die Einflüsse auf das Treasury haben, für das Transparenz im Zahlungsverkehr oberste Priorität hat. Aktuellste Kontoinformationen werden für einen Treasurer unerlässlich. Diese könnten nun durch die API-Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden, da eine direkte Kommunikation mit der Bank erfolgt und der Zugriff auf aktuelle Kontoinformationen gewährleistet wird.

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